Program or Be Programmed – das Wesen des Internets

Inspiriert durch Tim Krischaks Beitrag zum Thema “Soziale Netzwerke: 8 Tipps für einen guten Umgang miteinander” möchte ich ein Buch vorstellen, das hierzu einen wunderbaren theoretischen Rahmen sowie zehn Anweisungen für das Leben im digitalen Raum liefert: “Program or be Programmed – Ten Commands for a Digital Age” (2010) von Douglas Roushkoff.

Der digitale Marshall McLuhan

In seinem Werk aus dem Jahr 2010 beschreibt Rushkoff die Wechselprozess zwischen dem Mensch und dem Internet und setzt sich vor allem kritisch mit einer Gegenwart auseinander, in der ein Großteil der Internetnutzer selbst nicht mehr weiß auf welche Weise die HTML-/ Java-Codes usw. funktionieren oder dass es sie überhaupt gibt, geschweige denn selbst programmieren zu können. Die negativen Implikationen dieser “programmierten Menschen” (“be programmed”) mahnt Rushkoff an.

Das theoretische Konstrukt seiner Bücher fußt auf Me

dientheoretikern wie Berger/ Luckmann, aber vor allem auf der von Marshall McLuhan. “In the long run, each media revolution offers people an entirely new perspective through which to relate to their world” (Zitat). Auf 150 Seiten arbeitet Rushkoff zehn zentrale Tendenzen des Mediums Internet heraus und gibt neben praktischen Beispielen vor allem zu verstehen, inwieweit wir unser Nutzungsverhalten anpassen oder verändern sollten, um nicht zur Masse der “be programmed”-Generation zu gehören.

Mein Fazit zu dem kleinen Buch: Wer das Internet und Social Media verstehen will, wer verstehen will wie Social Media Unternehmen helfen kann und was Social Media überhaupt für den einzelnen Nutzer sowie für Unternehmen bedeutet, der sollte dieses Buch lesen! Die Zeit ist 100%ig richtig investiert!

Die “Ten Commands for a Digital Age”

  1. Time: Do Not Be Always On
  2. Place: Live in Person
  3. Choice: You May Always Choose None of the Above
  4. Complexity: You Are Never Completely Right
  5. Scale: One Size Does Not Fit All
  6. Identity: Be Yourself
  7. Social: Do Not Sell Your Friends
  8. Fact: Tell the Truth
  9. Openness: Share, Don`t Steal
  10. Purpose: Program or Be Programmed

Jeder der einen WordPress-, tumblr- oder sonsteinen Blog schreibt, kann hier kurz innehalten und sich klar machen, dass die einfach zu bedienenden und vorgefertigten Blog-CMS-Systeme auch eher zum Bereich “be programmed” gehören. Welcher Blogger schreibt heut schon noch im Editor HTML-Tags? Richtig! Fast keiner! Nicht mal die größten Tech-Blogger.

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2 Responses to Program or Be Programmed – das Wesen des Internets

  1. Tim Krischak says:

    Besten Dank für den Literaturtipp. Das Buch werde ich mir einmal näher ansehen.

    Allerings klingt die These etwas steil. Natürlich schadet es nicht HTML zu können. Aber ein Autofahrer muss nicht wissen wie ein Motor funktioniert um von A nach B zu kommen. Oder täusche ich mich?

  2. StephanN says:

    Dein Argument bzgl. Autofahrer und Motor findest du 1:1 im Buch wieder und auch entsprechend erklärt🙂 Viel Spaß bei der Lektüre. Kann es dir gern leihen.

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