Die Mini-Shitstorms ersetzen in 2012 die großen Shitstorms

Die Zeit der großen Shitstorms in Social Media ist vorbei! Der O2-Einzelfall, das Kitkat-Palmöl, das Persil-Hähnchen, die Teldafax-Affäre, der Fall  Nerdcore vs. Euroweb und andere haben in den vergangenen zwei Jahren alle ihre persönlichen Shitstorms erlebt. Seit Ende 2011/ Anfang 2012 sind aber dagegen Mini-Shitstorms der letzte Schrei. Jeder, der in Social Media was zu sagen hat, will auch mal shitstormen. Der Shitstorm als das  neue verbindende und Sinn stiftende Element in Social Media!

Mini-Shitstorms sind nicht die eine Sau im Dorf, sondern viele kleine Ferkel

Zu den Mini-Shitstorms gehörten im Januar 2012 zum Beispiel die negative Kommunikation auf den Lidl-Markencheck sowie den McDonalds-Markencheck der ARD, der ING-Diba-Spot mit Dirk Nowitzki, die Abschaltung von Grooveshark durch die GEMA und in 2011 die immer wiederkehrenden Online-Attacken von Greenpeace gegen VW. Meistens knubbeln sich diese Mini-Shitstorms auf Twitter oder Facebook. Hier entsteht das Zauberwort Buzz. Bei Facebook sind es fast immer die Pinnwände der offiziellen Markenseiten, auf denen Nutzer ihrem Ärger Luft machen. Bei Twitter gibt einfach jeder mal seinen Senf dazu. Es muss ja irgendwie in die Trending Topics!

Mini-Shitstorm gegen die GEMA wegen der Grooveshark-Abschaltung auf Twitter (18.01.2012)

In reichweitenstarke Medien wie Print oder TV schaffen es diese Mini-Shitstorms aber immer seltener. Auch Blogs zählen immer weniger zu den Treibern von Shitstorms. Irgendwie sind wohl viele User mittlerweile shitstorm-müde.

Mini-Shitstorm gegen McDonalds auf Facebook nach ARD-Bericht (17.01.2012)

Für die betroffenen Unternehmen oder Marken auf Facebook sind diese Mini-Shitstorms zwar nicht wünschenswert. Besser man erlebt keinen. Aber wirklich tragisch dürfte die Auswirkung der negativen Social Media Beiträge im Allgemeinen nicht sein, wenn es sich um einen Mini-Shitstorm handelt. Warum? Weil die meisten negativen Beiträge auf den Facebook-Seiten der großen Marken mit hoher Fanzahl und großer Interaktionsrate eher versteckt auf der Pinnwand unter “Alle (Neueste Beiträge)” bleiben. Das alltägliche Geschehen auf den größeren Facebook-Seiten verschluckt diese Mini-Shitstorms einfach. Nach einem Tag verschwinden die Beiträge weit unten in der Pinnwand. Und wer jetzt schreit “Das hat ja langfristige negative Konsequenzen auf das Markenimage”, der muss den forscherischen Proof für diese Behauptung noch erbringen. Wäre ein deutlicher negativer Effekt auf Imagefaktoren wirklich wahrnehmbar, wenn z.B. 1.000 User an einem Shitstorm gegen ein Unternehmen auf Facebook teilnehmen? Oder ist das nur der viel beschworene Sturm im Wasserglas?

This entry was posted in Social Media. Bookmark the permalink.

One Response to Die Mini-Shitstorms ersetzen in 2012 die großen Shitstorms

  1. Tim Krischak says:

    Die meisten Shitstorms sind doch laue Lüftchen, oder ein Sturm im Wasserglas. Ich erinnere mich noch gut an den Pril-Wettbewerb bei Facebook. In der Überschrift bei Spiegel-Online hieß es gleich. Die marke Pril erlebe ein PR-Desaster. Aber sorry, ein Desaster ist das noch lange nicht!
    Vermutlich wird über kurz oder lang auch das Interesse der Online-/Massenmedien an Shitstorms zurückgehen. Denn man wird auch in den Redaktionen begreifen, dass es keine große Sache ist, wenn ein paar Leute mal ein bisschen Dampf ablassen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s